Neue Wege zur Vermeidung von Lohndumping

Zürich, 20. Februar 2014: Allreal und die Unia beschreiten neue Wege bei der Bekämpfung von Lohndumping. Mit einer Risikoanalyse lässt Allreal künftig vor der Auftragsvergabe fallweise die Zuverlässigkeit von Firmen bezüglich Einhaltung der arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften durch die Gewerkschaft Unia überprüfen.

Verstösse gegen arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen nehmen auch im Baugewerbe spürbar zu. Für die Auftraggeber ist Lohn-dumping mit erheblichen Qualitäts- und Haftungsrisiken verbunden, für die Arbeitnehmenden mit schlechteren Arbeitsbedingungen. Bislang war es für Auftraggeber jedoch schwierig, Informationen über Firmen zu erhalten, die sich nicht an die arbeitsrechtlichen Bestimmungen halten und diese von einer Auftragsvergabe auszuschliessen.

Allreal - einer der grössten Generalunternehmer der Schweiz -  und die Unia Zürich-Schaffhausen haben ein System entwickelt, um beauftragte Firmen und deren allfällige Subunternehmen hinsichtlich der Einhaltung geltender Vorschriften besser beurteilen zu können.


Risikoanalyse vor der Auftragsvergabe
Allreal will künftig einzelne Firmen, die sich für einen Auftrag bewerben, vor der Vergabe von Arbeiten zusätzlich überprüfen lassen. Zu diesem Zweck erstellt die Gewerkschaft Unia auf Basis ihrer umfangreichen Kenntnisse eine Risikoanalyse. Das Ergebnis der Überprüfung wird Allreal mittels Ampelsystem mitgeteilt: Grün bedeutet tiefes, Gelb mittleres und Rot hohes Risiko für Verstösse. Wenn die Informationslage keine fundierte Einschätzung zulässt, wird dies ausgewiesen.

Die Risikoeinschätzung, die dem Ampelsystem zugrunde liegt, erfolgt aufgrund von transparenten Kriterien und belegbaren Fakten. Dazu schafft die Gewerkschaft Unia eine Fachstelle Risikoanalyse. Die zu überprüfenden Unternehmen werden von Allreal über die vorgesehene Anfrage vorgängig informiert. Damit haben sie die Möglichkeit, einer Überprüfung zuzustimmen oder diese abzulehnen. Die aus einer Überprüfung resultierende Risikoeinschätzung der Unia ist lediglich eine von mehreren Entscheidungsgrundlagen und der Vergabeentscheid erfolgt ausschliesslich durch Allreal.

Von der Risikoanalyse erhofft sich Allreal, das Haftungsrisiko zu minimieren und die Qualität der vergebenen Arbeiten sicherzustellen. Die Gewerkschaft Unia begrüsst die zusätzliche Risikoanalyse, da damit ein wichtiger Schritt gemacht wird, um die Löhne und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmenden besser zu schützen.

Allreal und Unia starten den Testbetrieb der Risikoanalyse Ende Februar 2014 und entscheiden voraussichtlich Mitte 2014 über eine definitive Einführung. Die Risikoanalyse ist keine auf Allreal beschränkte Lösung. Weitere Unternehmen können ebenfalls partizipieren.

 

Für Rückfragen und weitere Auskünfte:

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Mediensprecher Unia Zürich-Schaffhausen
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Allreal-Gruppe
Allreal kombiniert ein ertragsstabiles Immobilienportfolio mit der Tätigkeit des Generalunternehmers (Entwicklung und Realisation). Der Wert des Immobilienportfolios beläuft sich auf CHF 3.96 Milliarden. Im Geschäftsjahr 2017 betrug das abgewickelte Projektvolumen CHF 420 Millionen. In Zürich, Bern, Cham und St. Gallen beschäftigt das Immobilienunternehmen über 230 Mitarbeitende. Allreal, mit operativem Sitz in Zürich, ist ausschliesslich in der Schweiz tätig. Die Aktien der Allreal Holding AG sind an der Börse kotiert.

Gewerkschaft Unia Zürich-Schaffhausen 
Die Gewerkschaft Unia ist mit 200'000 Mitgliedern grösste und stärkste Gewerkschaft der Schweiz. Sie ist in über 100 Branchen im Bau, Gewerbe, der Industrie und dem Dienstleistungsbereich aktiv. Die Unia handelt in 270 Gesamtarbeitsverträgen die Arbeitsbedingungen von rund einer Million Beschäftigten aus. Die Kontrolle und Durchsetzung von Arbeitsbedingungen gehört zu den täglichen Kernaufgaben der Unia. Die Unia Region Zürich-Schaffhausen ist mit knapp 26'000 Mitgliedern die grösste Region innerhalb der Gewerkschaft Unia.

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