Tief gegraben, viel bewegt: Der Baufortschritt an der Baarermatte

Dort, wo bis vor Kurzem noch ein altes Gebäude stand, klafft heute eine rund 4 Meter tiefe Baugrube, gesichert durch Spundwände, die 18 Meter in den Boden reichen. Bauleiter Francisco Jandula führt durch die Baustelle Baarermatte in Baar und erzählt, wie eine Wellpoint-Anlage die Grube trockenhält, wieso im September die ersten Re-Use-Elemente eingebaut werden und weshalb im neu angelegten Teich schon wieder Frösche quaken.

Du bist seit dem Baustart als Bauleiter für unser Projekt Baarermatte verantwortlich. Wo steht ihr gerade im Bauprogramm?

Der Rückbau ist geschafft: Das alte Gebäude inklusive Fundament ist verschwunden, das Material haben wir entsorgt oder für die Wiederverwendung eingelagert. Jetzt stehen wir an der Baugrube, gesichert durch Spundwände, die wir 18 Meter tief in den Boden gerammt haben. Im Bauabschnitt W1 sind die Spundwandarbeiten bereits abgeschlossen. Damit die Grube trotz Grundwasser trocken bleibt, kommt eine sogenannte Wellpoint-Anlage zum Einsatz: Alle zwei Meter steckt ein Filterrohr im Boden, das dem Untergrund permanent Wasser entzieht, ähnlich einem grossen Staubsauger fürs Grundwasser. Ohne diesen Kniff würde der Wasserspiegel in der Grube stetig steigen. Aktuell entstehen Fundamentvertiefungen, Abdichtungsfolien und Grundleitungen, die eigentliche Basis für das, was als Nächstes kommt: die Bodenplattenarmierung. Der Baugrund ist anspruchsvoll, wir kommen trotzdem gut voran.

Die Re-Use-Betonelemente aus dem Bestand sind ein zentrales Element des Projekts. Wie läuft die Umsetzung auf der Baustelle konkret ab, und wo lagen die grössten Herausforderungen beim Einbau?

Im September wird sichtbar, was bislang nur auf Plänen existiert: Betonelemente aus dem Rückbau finden als Wandelemente in den Treppenhäusern ein zweites Leben. Das Montagekonzept dafür haben die Suva und unsere Bauleitung genau geprüft und freigegeben. Die eigentliche Knacknuss liegt im Detail, nämlich im Handling der Elemente beim Einsetzen in die Schalung. Deshalb hat bei der Montage die Sicherheit höchste Priorität

Der bestehende Teich wurde versetzt. Was war technisch die grösste Knacknuss dabei, und wie seid ihr vorgegangen?

Ursprünglich lag der Teich dort, wo künftig der Mobilitätsturm stehen wird. Jetzt hat er einen neuen Platz gefunden, im nördlichen Teil der Parzelle, näher beim Grienbach. Die Porphyrplatten aus der alten Umgebung dienen dort als Sitzgelegenheiten. Ein Feldherpetologe, ein Experte für Naturschutz und Tiere, hat die Umsiedlung der Amphibien begleitet, damit keine zu Schaden kommen. Der Aufwand hat sich gelohnt: Im neuen Teich tummeln sich bereits wieder Frösche, Libellen, Enten und andere Tiere.

Das Schwammstadt-Prinzip prägt die Umgebungsgestaltung der Baarermatte. Wie zeigt sich das aktuell auf der Baustelle, und was sind die nächsten Schritte bis zur Fertigstellung?

Sind die Umgebungsarbeiten abgeschlossen, übernimmt gespeichertes Regenwasser die Bewässerung, ganz ohne zusätzliches Frischwasser. Möglich machen das Retentionsanlagen, also Puffer, mit Pumpen bei den einzelnen Gebäuden sowie eine Leitung, die Regenwasser vom Mobilitätsturm direkt in den Teich führt. So bleibt auch der Teich dauerhaft gut mit Wasser versorgt. Und weil Holz und stehende Feuchtigkeit keine gute Kombination sind, steht der Holzbau auf Pfählen. Das Wasser kann dort temporär stehen bleiben oder abfliessen, ohne die Gebäudesubstanz zu beschädigen.

Was kommt als Nächstes?

Die Baugrube ist bereit, jetzt geht's an die Bodenplatte. Im September kommt dann ein Highlight dazu: der Einbau der Re-Use-Elemente in den Treppenhäusern sowie der Start der Holzbauarbeiten am Mobilitätsturm.
 

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